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24.05.2014 Sysma – Tallinn (Elisabeth)

Als ich das erste Mal auf unserem Schlafplatz in der Nähe von Sysma wach werde ist es 4.00 Uhr.
Der See liegt wie ein Spiegel vor mir, im leichten Wind wiegt sich das Ufersumpfgras. Es ist ein phantastisches Licht. Eigentlich viel zu schade um wieder ins Schlafauto zu stiegen. Aber heute wird es spät, denn die Fähre nach Tallin ist für 21.30 Uhr gebucht.

Das zweite Mal werde ich wach als ein Holz-LKW seinen hier abgestellten Greifer andockt. Beim dritten Mal wach werden regnet es, aber nicht wirklich viel. Fred stellt schon mal das Teewasser auf und wir gehen gemeinsam zum kleinen Sandstrand, es ist eine wirkliche Idylle.
Wir gehen ein Stückchen auf den Weg der wohl um den See führt. Aus einem Wochenendhaus kommt ein kleiner übermütiger Hund und hüpft an mir hoch. Gleich hinterher kommt auch der Besitzer, wir reden eine kleine Weile mit ihm und er fragt, ob wir heute Nacht im Auto nicht furchtbar gefroren haben. Nein…es war eine angenehme Nacht, ich habe sogar den Zusatzschlafsack wieder in die Dachbox verbannt.

Unsere heutige Tagesaufgabe ist in Helsinki ein Bild von Lenin zumachen, das vielleicht im Leninpark zu bekommen ist.
Klingt nicht so schwer, aber bislang haben sich alle Aufgaben als ziemlich schwierig erwiesen.

Unterwegs machen wir noch an einem Gartenfachmarkt halt. Wir benötigen für eine Fotoaufgabe eine Sichel. Eigentlich wollte ich eine Kaufen aber bei einem Preis von knapp 40 Euro überlege ich mir dass und erkläre den Verkäufer, dass wir die Sichel nur für ein Foto brauchen und natürlich auch warum wir ein Foto machen müssen. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie anfängliches Mißtrauen in Interesse und oft auch in Freude umschlägt. Er schickt also einen Lehrling mit hinaus und wir machen das Foto, auch der Lehrling hatte sichtlich Spaß an seiner Aufgabe.

Ohne Autobahn nach Helsinki zu kommen erweist sich nicht so einfach, schließlich aber stehen wir vor dem Olympiastadion. Es besteht seit 1952 und hat von seiner Ausstrahlung nichts verloren. Auf dem Turm haben wir eine großartige Aussicht und wir freuen uns über das gute Wetter.

Anschließend laufen wir zum Leninpark und entdecken nichts, zumindest keine Leninstatue. Nach etwa 20 Gesprächen akzeptieren wir, dass es hier das Foto von Lenin nicht gibt. Da hat uns das OK gehörig in die Irre geleitet. Unsere letzten beiden Gesprächspartner sind 2 sehr nette Damen, das Gespräch zieht sich über eine halbe Stunde hin, bringt uns aber auch weiter, denn sie sagen uns wor wir eine Foto von Lenin machen können.
Auf dem Weg dahin schauen wir uns noch die Felsenkirche an und nochmal haben wir Glück, denn normalerweise ist sie ab 17.30 Uhr geschlossen, aber heute gibt es ein Konzert und wir dürfen zum Anschauen reingehen.

Dann fahren wir um Das Foto von Lenin zu machen.

Um 21.30 geht die Fähre von Viking Line, d.h. 20.30 Uhr im Fährhafen sein . Es ist schön, dass der Fährhafen für diese Linie mitten in Helsinki ist, so können wir die Felsenkirche und den Dom zumindest von außen noch anschauen.

Da wir dringend noch Getränke brauchen suchen wir noch einen Supermarkt und versorgen uns.

Dann geht es auch schon auf das Schiff, es ist groß und von Karaoke  Bar über Spielautomaten, bis Variete hat es einiges zu bieten. Leider keine Dusche. Die Zeit auf der Fähre nutzen wir, um das Reisetagebuch zu führen, immer wieder unterbrochen durch einen Gang nach draußen, um einem atemberaubenden Sonnenuntergang zuzusehen.

In Tallin geht es von Bord und gleich an die Tankstelle. Danach suchen wir einen Schlafplatz. Es ist ja mittlerweile wieder dunkel, schwierig sich zurecht zu finden. Nach einem vergeblichen Versuch zum Hafen finden wir dann doch einen Platz mit einer kleinen Baum/Buschgruppe, neben der wir das Auto abstellen. Ein paar Marineschiffe stehen vor uns am Strand, die werden auf uns aufpassen.

Elisabeth: